HELLMUT BRUCH – Ausstellung und Vortrag

Dauer der Ausstellung bis 05. Juli 2005, Besuch nur gegen Voranmeldung unter 06234/8350

Hellmut Bruch, geboren 1936 in Hall in Tirol, gehört zu den führenden und bekanntesten Künstlern der „Konkret-Konstruktiven Kunst“ im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche Ausstellungen und öffentliche Aufträge im In- und Ausland haben ihn seit den 80er Jahren international bekannt gemacht. Lebt und arbeitet in Hall in Tirol.

Seit Beginn seines plastischen Schaffens zählt der Edelstahl zu seinem bevorzugten Material: die lichtreflektierende Eigenschaft kommt Bruch’s künstlerischer Intention, Immaterielles zu vermitteln, sehr entgegen. In der Reflexion bricht und bündelt sich das Licht, der dadurch in Gang gesetzte Prozess verleiht seinen Skulpturen eine Leichtigkeit und Schwerelosigkeit und unterstreicht damit ein transzendentes Seinsverständnis, das in seinem gesamten künstlerischen Schaffen intendiert ist.

In den letzten Jahren hat der Künstler darüber hinaus das transparente, farbige und fluoreszierende Acrylglas als neuen Werkstoff für seine Plastiken und tafelbildartigen Wandobjekte entdeckt. Zur Reflexion kommt somit das Moment der Transparenz und Fluoreszenz. Das Thema des Lichtes rückt damit ganz in den Mittelpunkt seiner aktuellen Werkgruppe. ………..
Hellmut Bruch’s Arbeiten beinhalten naturwissenschaftliche, philosophische und erkenntnistheoretische Überlegungen zu den immateriellen Voraussetzungen unseres Sein’s und Werdens. (Dr. Günther Dankl)

Hellmut Bruch LICHT UND PROPORTION

Meine zentralen Themen sind das Licht und Proportionen, die sich auf Naturgesetzlichkeiten beziehen und in „offenen Formen“ Gestalt annehmen.

Alle Arbeiten für die Ausstellung in der Oedmühle in Zell am Moos sind aus farbigem, fluoreszierendem Acrylglas und beziehen sich auf das Licht als „offenes Medium“, auf die Gravitation und auf die Fibonacci-Folge bzw. auf den „Goldenen Schnitt“. Dieses fast vergessene, universale und klassiche Harmoniegesetz, das sich der Mensch von der Natur abgeschaut hat, gewinnt immer mehr an Aktualität und Bedeutung. Es wird als Wachstums- und Formbildungsgesetz in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen erkannt. Naturgesetze haben weder Gewicht, noch Masse, keinen Geruch und keinen Geschmack, sie stehen untereinander nicht im Widerspruch, sie sind immer präsent, werden nicht müde und altern nicht. Diese Erkenntnisse begeistern und inspirieren mich. Ich begegne ihnen auf elementare Weise. Der Inhalt der Arbeiten bezieht sich auf die oben genannten Proportionen und auf das Licht, das selbst nicht sichtbar ist, aber uns die Welt sichtbar macht. Was mich an beiden Phänomenen interessiert, ist ihre „Immaterialität“, im Zusammenwirken mit der “Materialität“ unseres Seins. Novalis formuliert: „Wir sind dem Unsichtbaren näher verbunden als dem Sichtbaren!“. Meine Arbeiten sind keine reduzierten Abbildungen oder Abstraktionen der sichtbaren Natur. Sie beziehen sich auf jene Voraussetzungen, die der materiellen Welt Gestalt geben und sie prägen. Die so entstandenen „Offenen Formen“ bauen auf universale Konstanten und münden in der Unendlichkeit. (April 2005)

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