OH TANNENBAUM

Musikalisch – literarische Weihnachtskollisionen
Satire-Lesung:
FRITZ POPP

Musik:
HELMUTH GUBI, Saxophon
THOMAS MEUSBURGER, Gitarre

Sonntag, 26. November 2017, 18:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Freiwillige Spenden

… OH TANNENBAUM … Weihnachtskollisionen
Wenn Nordmanntannen durch Südfraufichten Konkurrenz bekommen, Schokoladenhohlgusskörperfiguren auf ansonsten figurbetonte Menschen treffen, unbeaufsichtigtes Gebäck zum Problem wird und Männer gerne im Männerhort ausharren, dann ist wieder Weihnachten: das Fest, bei dem unsere alljährlichen Vorsätze mit einem immer raffinierteren Konsum- und Dekoangebot kollidieren. Die Musik von „Duo Infernal“ und die Texte des Satirikers hingegen stehen wie ein Leuchtturm in der Brandung alljährlich auftretender Weihnachtsgefühle und –allergien und geleiten zu einem Weihnachtsgenuss de luxe.

FRITZ POPP: geb. 1957 in Vöcklabruck/OÖ., lebt als Schriftsteller, Literaturvermittler und BHS -Lehrer in Salzburg und Schwarzenberg am Böhmerwald. Seit 1989 Autor des „AffrontTheaters Salzburg“ (Kabarett-Preis „Salzburger Stier“ 1995). Schreibt und publiziert Lyrik, Prosa und Kabarett – Texte. Redaktionsmitglied der Salzburger Literaturzeitschrift SALZ. Staatsstipendium für Literatur 2005. Letzte Publikationen: „Zusehend unberührt“ (Gedichte 2009), „Keine Engel“ (Roman 2010), „Unarten – Vielfalt“ (Satiren 2012), „Chronisch grantig“ (Satiren 2014), „Mehr als du glaubst“ (Satiren 2017).

HELMUTH GUBI: geb. in Mondsee, Lehrer im BORG Neumarkt/Straßwalchen. Engagements bei Salzburger Festspielen, Mozarteumorchester und Landestheater. 25 Jahre musikalischer Leiter des Salzburger Straßentheaters. Mitglied des Saxophon-quatetts und Superbrass. Immer wieder eigene Projekte: Summer- holz Bigband, Summerhill Dixie, Saxland Orchester, Trio Infernal.

THOMAS MEUSBURGER: geb. und aufgewachsen in Salzburg. Studium mit Abschluss am Mozarteum im Fach Gitarre. Danach Los Angeles: Abschluss des G.I.T. am Musicians Institute in Hollywood. Studio- und Livetätigkeit in diversen Bands, z.B. Summerhill Dixie Band, The Rhythmic Tramp Orchestra, Vocal Beat Club, Trio Infernal, Applejack Distillery, Dr. Opin u.a. Lehrtätigkeit für Gitarre an der BAfEP Salzburg. Musikalische Interessen: Funk, Rock, Jazz.

STILLE in Wort und Musik

Der Herbst, ein Aufbruch in eine ruhigere Zeit.

Eine Aufforderung.

Lyrik von John Cage, Franz Josef Czernin, Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Christine Lavant, Georg Trakl, Friedrich Hölderlin …

Musik von Johann Sebastian Bach …

Lesung: AMALIA ALTENBURG
Gitarre: DAVID BADER

Sonntag, 21. September 2014, 18:00 Uhr

OEDMÜHLE IN KASTEN 31,

4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN

Eintritt: 8 €

AMALIA ALTENBURG:

geb. 1979 in Vöcklabruck.

Grundberuf Schauspielerin (Athanor – Akademie für Schauspiel in Burghausen, Bayern), außerdem Feldenkrais- und ALBA emoting-Lehrerin: ihr Fokus gilt der Erforschung der Verbindung und der Überschneidung ihrer drei Berufe. Wer ist der Mensch, mit seinem subjektiven Empfinden und in seiner objektiven Beschreibung? Sie lebt und arbeitet zur Zeit in Wien und Oberösterreich.

DAVID BADER: geb. 1985 und aufgewachsen in St.Veit im Pongau, beginnt mit 7 Jahren nach einer missglückten Schiabfahrt mit dem Gitarrespielen. Nach ersten Lektionen beim Vater wird auto-didaktisch „herumgewurstelt“ bis er endlich am Mozarteum bei Prof. Wolfgang Guttmann landet, der seinen musikali-
schen Werdegang sehr stark prägen wird. Nach abgeschlossenem Studium kehrt
er Salzburg den Rücken, um als Wandersmann und Straßenmusiker Europas Westen zu erkunden. Diese beiden Leidenschaften (das Wandern und die Musik) stehen auch bei seinen Auftritten im Mittelpunkt.
ANLÄSSLICH DER VERANSTALTUNG WERDEN SKIZZEN UND ENTWÜRFE VON FRANZ JOSEF ALTENBURG PRÄSENTIERT, DER ZU DEN WICHTIGSTEN UND INTERESSANTESTEN KERAMIKKÜNSTLERN DES LANDES GEHÖRT.

Autorenlesung Walter Kappacher

WALTER KAPPACHER: geb. 1938 in Salzburg. Lehr- und Gesellenjahre als Motorradmechaniker, nach dem Militärjahr gesteigertes Interesse für das Theater, abgebrochene Ausbildung in einer Münchner Schauspielschule, Tätigkeit als Reisebürokaufmann. Kappacher schreibt seit 1964, erste Veröffentlichung von Kurzgeschichten 1967 in der Stuttgarter Zeitung. 1978, nach seinem 40. Geburtstag, entschloss er sich, vom Schreiben zu leben.
Erzählungen, Romane, Hörspiele, Fernsehdrehbücher etc.
Mitglied es Österreichischen P.E.N. Clubs; lebt und arbeitet in Obertrum.

Werke: Nur fliegen ist schöner (Salzburg 1973), Morgen (Salzburg 1975, 2009), Die Werkstatt (Salzburg 1975), Rosina (Stuttgart 1978, Wien 2010), Die irdische Liebe (Stuttgart 1979), Die Jahre vergehen (Drehbuch, Salzburg 1980), Der lange Brief (Stuttgart 1982, Wien 2007), Gipskopf (Graz 1984), Cerreto. Aufzeichnungen aus der Toscana (Salzburg 1989, mit Zeichnungen des Autors), Touristomania oder Die Fiktion vom aufrechten Gang (Wien 1990), Ein Amateur (Wien 1993), Wer zuerst lacht (Wien 1997), Silberpfeile (Wien 2000, 2009), Selina oder Das andere Leben (Wien 2005), Hellseher sind oft Schwarzseher (Warmbronn 2007), Der Fliegenpalast (St. Pölten, Salzburg 2009), Schönheit des Vergehens (Fotoband, Salzburg 2009), Marilyn Monroe liest Ulysses (Notizen, Fundstücke u. dreizehn Fotografien, Warmbronn (2010).

Preise und Auszeichnungen:
1977 Förderpreis zum Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur
1985 Rauriser Literaturpreis
1986 Literaturpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
2004 Hermann-Lenz-Preis
2005 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt
2006 Großer Kunstpreis des Landes Salzburg
2009 Georg-Büchner-Preis
Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
Internationaler Preis für Kunst und Kultur des Salzburger Kulturfonds

„Walter Kappacher ist einer der stillsten und präzisesten Erzähler der österreichischen Gegenwartsliteratur. Seine Bücher erzählen unerbittlich vom Dasein in der Enge…“ (Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung)
„Hinreißend in seiner leisen Musikalität und stifterischen Aufmerksamkeit für das Kleine, das das Große spiegelt.“ (Tilman Krause, Die Welt)
„Ein literarischer Glücksfall und eines der herausragendsten Bücher der letzten Jahre.“ (Paul Ingendaay, Laudatio zum Georg-Büchner-Preis)

Donnerstag, 21. Juli 2011, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Erwachsene € 7,-, Jugend € 3

Buchpräsentation und Diskussion

NORBERT BLAICHINGER

PATER B.
Eine Dokumentation

Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt frei

NORBERT BLAICHINGER: geb. 1958, Vater VS-Direktor in Zell am Moos, gest. 2004, Mutter Hausfrau, zwei Geschwister, röm.-kath., ledig. 1977 Matura am Musisch-Pädagogischen BG in Salzburg, 1978-81 Pädagogische Akademie in Salzburg, 1981-92 Lehrer an HS und PTS Mondsee. 1992-98 pädagogischer Mitarbeiter, Pressesprecher und Büroleiter des OÖ Landesschulrats-präsidenten Dr. Johannes Riedl, 1998-2000 Professor für Lehrerfortbildung am Pädagogischen Institut Linz, 2000-04 Büroleiter und Pressesprecher des Salzburger Landessschulratspräsidenten Mag. Gerhard Schäffer, 2004-06 Professor am Pädagogischen Institut Linz. Seit 2006 selbstständig als PR-Berater, Publizist und Journalist (www.irrseeakademie.com), Seminartätigkeit und Lehraufträge in Österreich und Litauen. Autor mehrerer Sachbücher zum Thema Public Relations; einige seiner Bücher gelten heute als Standardwerke.

Bücher (Auswahl):
Leute – Anekdoten und Erinnerungen (1985), Schulrecht für Eltern (mit Johann Weinacht, 1995), PR-1×1 für Schulen (1997), Erziehen heißt eingreifen (mit Barbara Pühringer, 1998), Schulentwicklung in Oberösterreich (mit Joachim Keppelmüller, Band 1: 1999 und Band 2: 2000), Frauen hinter Gittern (2001), Das 1×1 des erfolgreichen Gemeinderates (mit Klaus Volker, 2002), Wie ich eine Schule erfolgreich führe (mit Johannes Riedl, 2003), Gerhard Schäffer – 25 Jahre Bildungspolitik für Österreich (2004), Die neuen Bodyguards (mit Johann Fesl, 2005), Veranstaltungssicherheit in OÖ (mit Johann Fesl und Karl Dannbauer, 2008), Das PR Eimaleins (mit Bert Brandstetter, 2010).

Pater B. Eine Dokumentation (edition innsalz, November 2010):
Möglicherweise war er im deutschsprachigen Raum einer der gerissensten Knabenschänder in der Soutane. Ein Mann, der allerdings nie hinter Gittern landete. Er spaltete Gemeinden und Familien mit seinen Predigten. Er redete über Bescheidenheit und liebte den Luxus. Er predigte Wasser und trank Wein. Er galt als pädophil und hinterließ viele Spuren. In einem Salzburger Kloster, in Pfarreien in Oberösterreich und Bayern, sogar bei Sexreisen nach Marokko, und das noch im hohen Alter. Opfer sagen, er habe es überall getrieben. In der Klosterzelle, in der Sakristei, im Pfarrhaus, in seiner Wohnung, an verschie-denen Örtlichkeiten im Ausland. Er zerstörte junge Seelen. Viele. Wie viele es sind, weiß man nicht. Alle Taten, die ihm und seinem noch lebenden Lebens-partner in diesem Buch zur Last gelegt werden, sind verjährt und können somit gerichtlich nicht mehr verfolgt werden.

Der Autor hat die Spur von Pater B., der 2010 im Wallfahrtsort Altötting verstorben ist, aufgenommen. Ihm gelang, was bisher nur wenigen in dieser Form möglich war: Einblick in geheime Archive zu nehmen, Zeitzeugen, Betroffene und Obrigkeiten zu interviewen, und damit sowohl den Blick auf kirchliche Überforderung, auf Versagen und Vertuschen, aber auch auf einen Priester zu ermöglichen, der zeitlebens die Sünde liebte.

Das Buch ist im gut sortierten Buchhandel erhältlich.
Sie können dieses aber auch direkt bei der Irrseeakademie
unter office@irrseeakademie.com oder unter Tel. 0664/425 5000 bestellen. Zahlung (inkl. Porto und Verpackung) per Erlagschein.

Information:
Die neue Internetplattform für Kunst und Kultur im Mondseeland:
www.forumk.dasmondseeland.at

Mondseer Lyrikpreis 2010

Der Mondseer Lyrikpreis wurde in der Jurysitzung am 22. November 2010 der Schriftstellerin Nadja Küchenmeister aus Berlin zuerkannt. Der Preis, heuer zum 7. Mal ausgeschrieben, ist mit 7 500 € dotiert.

Jury: Ilma Rakusa, Zürich, Hans Höller, Salzburg, Klaus Siblewski, München,
Anton Thuswaldner, Salzburg und Erwin Einzinger, Kirchdorf (der jeweils letzte
Preisträger ist ebenfalls Juror)

Aus der Jurybegründung: „ … Nadja Küchenmeister erhält den Mondseer Lyrikpreis 2010. Ihre Gedichte zeichnen sich durch sensible, poetische Wahrnehmung des Alltags und durch einen liedhaften Ton aus. Sprachgenau hält sie Abschied, Unverständnis, Zurückweisung fest und bringt in stimmungsintensiven Bildern die Natur zum Sprechen …“

Nadja Küchenmeister: geb. 1981 in Berlin. Studium der Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien (u.a. in: Akzente, TEXT-KRITIK, Neue Rundschau, Jahrbuch der Lyrik, Bella triste, Konzepte, DIE ZEIT, FAZ (Frankfurter Anthologie). Sie arbeitet für den Rundfunk, u. a. als Hörspiel – Autorin und – Lektorin. Auszeichnungen: 2007 Berliner Senatsstipendium. 2009 Förderstipendium der Kulturstiftung Sachsen. 2010 Hermann-Lenz-Stipendium. 2010 Kunstpreis Literatur der Lotto Brandenburg GmbH.

Der Preis wird im Dezember 2010 im Schloss Mondsee verliehen.

Bisherige Preisträger des Mondseer Lyrikpreises: Norbert Hummelt, Oswald Egger, Michael Donhauser, Jan Wagner, Ron Winkler, Erwin Einzinger.

ILMA RAKUSA

MEHR MEER

Erinnerungspassagen

„Wegfahren, um anzukommen, ankommen um wegzufahren: aus dem Unterwegskind ist die Unterwegsdichterin Ilma Rakusa geworden, die von Zürich aus in die Welt geht und als grandiose Übersetzerin die Welt in Gestalt russischer, slowakischer, ungarischer,
slowenischer, französischer Dichtungen nach Hause bringt…“
(Karl Markus Gauß, Der Standard)

Sonntag, 21. November 2010, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Erwachsene € 6,- Jugend € 3,-

ILMA RAKUSA: geb. 1946 in Rimavska Sobota (Slowakei), Mutter Ungarin, Vater Slowene. Kindheit in Budapest, Ljubljana und Triest. Volksschule und Gymnasium in Zürich.

„… Sprachenkundig, weltgewandt, ist die Heranwachsende begabt für die Freundschaft, für die Liebe, aber auch für die Einsamkeit. Lange weiß Ilma Rakusa nicht, ob sie, die ausgezeichnete Pianistin und begeisterte Sängerin, sich für die Musik oder die Literatur entscheiden soll. […] mit zwanzig entscheidet sie sich jedoch für das Schreiben…“ (K. M. Gauß, Der Standard)

1965 – 71 Studium der Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. 1971 Promotion (Dissertation: Studien zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur), 1971 – 77 Assistentin am Slawischen Institut und seit 1977 Lehrbeauftragte der Universität Zürich. Freiberuflich als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin („Neue Zürcher Zeitung“, „Die Zeit“) tätig.
Lebt in Zürich.

Werke (Auswahl):
Wie Winter (Gedichte, 1977), Die Insel (Erzählung, 1982), Miramar (Erzählungen, 1986), Stepp (Erzählungen, 1990), Leben (15 Akronyme, 1990), Les mots/morts (Gedichte, 1992), Jim (Sieben Dramolette, 1993), Farbband und Randfigur (Vorlesungen zur Poetik, 1994), Ein Strich durch alles (90 Neunzeiler, 1997), Love after Love (Acht Abgesänge, 2001), Von Ketzern und Klassikern (Streifzüge durch die russische Literatur, 2003), Langsamer! (Gegen Atemlosigkeit, Akzelleration und andere Zumutungen, 2005), Stille. Zeit (Essays, 2005), Garten, Züge (Eine Erzählung und zehn Gedichte, 2006 Edition Thanhäuser, Ottensheim), Mehr Meer (Erinnerungspassagen, 2009 Literaturverlag Droschl, Graz), Alma und das Meer (Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 2010)

Zahlreiche Anthologien, Editionen, Essays und vor allem Übersetzungen.

Preise und Auszeichnungen:
1987 Hieronymus-Ring des Deutschen Übersetzerverbandes, 1991 Petrarca-Übersetzerpreis, 1988, 1994, 1997 Ehrengabe des Kantons Zürich, und 1990, 2001 der Stadt Zürich, 1995 Swiss Writer-in-Residence Max Kade Institute USC Los Angeles, 1998 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 1998 Schiller-Preis der Zürcher Kantonalbank, 2003 Adelbert-von-Chamisso-Preis, 2003 Kulturauszeichnung „Pro Cultura Hungarica“, 2004 Johann-Jacob-Bodmer-Medaille der Stadt Zürich, 2005 Preis des Internationalen Literaturfestivals Vilenica (Slowenien), 2009 Schweizer Buchpreis;

Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.

Cornelia Krebs Wolfgang Pucher

CORNELIA KREBS
ORF

Ein Buch von, mit und für

PFARRER
WOLFGANG PUCHER
Rebell der Nächstenliebe

Im Anschluss an die Lesung Diskussion mit Cornelia Krebs und Pfarrer Wolfgang Pucher.

Sonntag, 22. August 2010, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Spende für Pfarrer Puchers Sozialarbeit

PFARRER WOLFGANG PUCHER: geb. 1939 in Hausmannstätten bei Graz, Besuch des Bischöflichen Knabenseminars und des Priesterseminars in Graz, 1963 Priesterweihe, anschließend Kaplan und Religionslehrer in Graz. 1969 – 73 Internatsleiter an der Österreichischen Schule des St. Georgs Kollegs in Istanbul: Dort lebte er mit Muslimen zusammen und das lehrte ihn, eine multi-kulturelle Gesellschaft zu achten und zu respektieren; in diesem Völkergemisch von Türken, Griechen, Armeniern, Arabern und Europäern wurde ihm bewusst, dass in dieser Vielfältigkeit der Kulturen, Sprachen und Religionen ein großer Wert liegt. Seit 1973 Pfarrer von St. Vinzenz in Graz, in dieser Zeit Betreuung zahlreicher Armenprojekte.

Pfarrer Puchers Engagement für die Ärmsten der Armen ist längst legendär. Ob VinziDorf, VinziBus, VinziRast, VinziMarkt oder VinziShop – er hat eine soziale Marke kreiert, die auch über die Grenzen Österreichs hinaus wirkt.

„Es gibt Leute, die mein Handeln nicht nachvollziehen können […] Ich fühle mich zu denen gesandt, die verloren sind. […] Ich will aus dem sicheren Schiff aussteigen, mich in ein Schinakel setzen und mich den Wellen und Stürmen des Lebens aussetzen. […] Ich werde für alle Menschen da sein – aber in erster Linie für diejenigen, die mich am meisten brauchen.“

CORNELIA KREBS: geb. 1969 in Vöcklabruck, Volks- und Mittelschule in Graz, 1988/89 Regieassistenz im ORF Steiermark, anschließend 3 Monate Arbeit in einem israelischen Kibbutz. 1989 Aufnahmeprüfung an der Wiener Filmakademie, bis 1991 Regie- und Produktionsstudium. Herbst 1991 Kamera-Assistenz für den spanischen Fernsehsender TVE während des Krieges in Kroatien. 1992 – 93 Journalistenkolleg der Salzburger Medienakademie, gleichzeitig Fernsehcutterin im ORF Landesstudio Wien. 1994: Nachrichten-redaktion Aktueller Dienst / Ö1. 1994 – 96 Redaktion Innenpolitik / Ö1. Seit 1997 Redakteurin der ORF-Sendereihe Journal Panorama und seit 1998 auch der Europa Journal Redaktion in Ö1.

Diverse Lehraufträge: Medienakademie Salzburg, Uni Innsbruck, Film-akademie Wien u.a.

Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen bedacht:
Claus-Gatterer-Preis 1998, Radio-Preis der Internationalen Journalisten-Föderation für Toleranz 2000, „Spitze Feder“ 2000, Prälat-Leopold-Ungar-Preis 2006, Hilfswerk-Preis (2. Platz) 2009.

Bücher: „Wolfgang Pucher – Rebell der Nächstenliebe“ (Styria, März 2008),
“August Schmölzer – Tor zum Herzen“ (Styria, November 2009),
“Ute Bock – Die Geschichte einer Flüchtlingshelferin“ (Molden, Sept. 2010)

„manseerisch gredt“ Dialekt im Mondseeland

JOSEF LEITNER
vlgo Heslbauern Sepp

Musikalische Umrahmung:
Herbert Draschwandtner, Harmonika

Donnerstag, 15. Juli 2010, 19:30 Uhr
OEDMÜHLE IN  KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt frei

JOSEF LEITNER:    geb. 1941, also noch in „stromloser, alter Zeit“ am Heslbauernhof in Innerschwand Nr. 86. Lebt heute als ÖBB-Pensionist und unverbesserlicher „Kulturaktivist“ in Wolfsegg – Kohlgrube, aber immer noch in inniger Beziehung zum Mondseeland.

Für ihn war seit seiner Kindheit das Zuhören, Beobachten und Fragenstellen ein wesentlicher Lebensinhalt, ergänzt durch ein konsequentes Aufbewahren der Erinnerungen, sowohl gedanklich als auch schriftlich.

Josef Leitner: „Lange Zeit schien der Dialekt als Ausdrucksform, als Kommunikationsform, aber auch als Identifikationsform niemanden mehr zu interessieren. […] Aber vielleicht gibt es noch Menschen, die diese alten Wort- und Ausdrucksformen des Mondseelandes nicht ganz dem Vergessen preisgegeben wissen wollen. […] Ich habe aber nur Wörter aufgeschrieben, die man heute kaum bis gar nicht mehr hört. […] Seit meiner Kindheit und Jugend habe ich immer schon großes Interesse an den Ausdrucksweisen und Dialekten der Menschen im Raum Hausruckviertel, Innviertel, sowie dem Flachgau und dem Rupertiwinkel gehabt, und habe dabei festgestellt, dass im Raum des Mondseelandes, umschlossen von den alten Klostergrenzen, ganz eigene Wörter und Lautungsformen vorzufinden sind. […] Sogar im geschlossenen Dialektraum des Mondseelandes sind oft noch kleine Unterschiede zu bemerken, zum Beispiel zwischen Oberwang, Zell am Moos und dem Markt Mondsee. …“

Hinschauen, Hinhören und Hinterfragen zählen zu seinen großen Unarten. Aus dieser Konsequenz entstanden bisher zwei Arbeiten:
2009  Erinnerungen aus Kinder- und Jugendtagen erlebt im Mondseeland. (Besinnliches, Heiteres, aber auch Interessantes.), ca. 100 S.
2010  Wia ma enta im Manseelond mitanond gredt hot, oiso „manseerisch gredt“. (Ein Wörterbuch der alten im Mondseer Raum gebrauchten Umgangssprache, also des „manseerischen Dialekts“, ca. 60 S.

„…Ringgebunden und im A4-Format legt Leitner seine engagierte, umfassende Arbeit auf, die weit über das Wörterbuch im klassischen Sinn hinausgeht. Zwar weist die alphabetische Gliederung auf ein Nachschlagewerk hin, aber schon die Beschreibung der Wörter allein lässt beim Leser den Wunsch wach werden, ein bisschen einzutauchen in die Welt, aus der diese Wörter stammen. So lässt sich die Lektüre des Wörterbuches auch gut mit Besuchen in Schulen oder bei kulturellen Abenden verbinden, in deren Rahmen der Heslbauern Sepp Geschichten aus eigenem Erleben im „Manseer Dialekt“ vorträgt und damit ein Stück Heimatkunde lebendig macht.“
Norbert Blaichinger, OÖ Nachrichten

BIRGIT MÜLLER-WIELAND

W O H I N   A U C H   I M M E R

Musikalische Umrahmung durch zwei ausgezeichnete Schüler der LMS Mondsee
(mehrfache Preisträger des Prima la Musica-Wettbewerbes)

Donnerstag, 1. Juli 2010, 19.30 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Erwachsene € 8, Jugend € 4

BIRGIT MÜLLER-WIELAND
Geb. 1962 in Schwanenstadt/OÖ, aufgewachsen in Seewalchen a. A. und Bad Aussee, Studium der Germanistik und Psychologie in Salzburg, Studienaufenthalt in Rostock und an der Humboldtuniversität in Ostberlin. Tätigkeit als Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und Kulturmanagerin.
1989-98 Vorstandsmitglied der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft, 1990-93 Geschäftsführerin des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten, freie Mitarbeiterin bei „Der Standard“ und „Die Presse“; Organisatorin internationaler Literatursymposien,
bis 1995 Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche, Redaktionsmitglied des „kunstfehler“, Vorstandsmitglied der Arge Kulturgelände Nonntal,
1996-2007 freie Schriftstellerin in Berlin, lebt und arbeitet dzt. in München.
Verheiratet mit dem Komponisten und Dirigenten Jan Müller-Wieland.
Schreibt Prosa, Lyrik, Libretti, Hörspiele, Anthologien, Essays, Rezensionen,…
Werke (Auswahl):
„Die Farbensucherin“ (Prosa), Haymon Verlag Innsbruck 1997, „Ruhig Blut“ (Gedichte), Haymon Verlag 2002, „Das neapolitanische Bett“ (Roman), Wagenbach Verlag Berlin 2005, „Wohin auch immer“ (Erzählungen), Haymon Verlag Innsbruck 2009
Hörspiele: „Erinnerungen, Verwunderungen, Wege. Berlin mit den Augen einer Österreicherin“, SFB 1996, „Die Farben der Stadt“, SFB 1997, „Das neopolitanische Bett“, NDR, 2001, Kinderhörspiele (RBB, NDR, WDR): „Claras Ausflüge ins Wunderbare, 1998, „Lorena und der Baumgeist“, 1999, „Rosa und die Schulgespenster“, 2001, „Ilia und ihr Traumhund Menscher“, 2003, „Felix, Veronika und die Milchbanditen“, 2004
Preise und Auszeichnungen (Auswahl):
Rauriser Förderungspreis 1996, Harder Literaturpreis 2000, Würth-Literaturpreis 2001, Reinhard-Priessnitz-Preis 2002,
Zahlreiche Stipendien: 1992/94: Arbeitsstipendien der Salzburger Landesregierung, 1995-97 Talentförderungsprämie des Landes OÖ, 1996 Arbeitsstipendium des Kunstministerium, 1998-2001 Arbeitsstipendien des Österreichischen Bundeskanzleramtes, 2002 Adalbert Stifter-Stipendium des Landes OÖ sowie Arbeitstipendium des Berliner Senats,
2007 Aufenthaltsstipendium in der Villa Stonborough-Wittgenstein, Gmunden, 2007/08 Österr. Staatsstipendium, 2009/10 Österr. Arbeitsstipendium

„WOHIN AUCH IMMER“ (Erzählungen, Haymon Verlag Innsbruck, 2009):
„Alle verlangen nach dicken Romanen (…). Dabei gibt es kurze und kurzweilige Erzählungen, die eine ganze Romanwelt auf wenigen Seiten konzentrieren. (…) Die elf Geschichten handeln von Liebe, also von der Sehnsucht, der Enttäuschung, von den Riten des Verbergens, den Techniken des Verrats, aber auch vom niemals preiszugebenden Anspruch auf Glück. Die Autorin erzählt behutsam und mit verhaltener Expressivität. Birgit Müller-Wieland ist keine der bekanntesten, aber eine der besten Autorinnen ihrer Generation.“
Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung, 4.März 2010

ANNE KECKEIS, geb. 1994, Cello
(Unterricht bei Elisabeth Berschl, Abschlussprüfung in der LMS Mondsee „Audit of Art“ mit Auszeichnung, seit kurzem in der Vorbereitungsklasse für Cello am Mozarteum Salzburg bei Prof. Heidi Litschauer)
DAVID KENDLER, geb. 1993, Marimba
(seit dem 8. Lebensjahr Schlagwerkunterricht bei Martin Grubinger, derzeit Vorbereitungsklasse für Schlagwerk am Mozarteum Salzburg bei Martin Grubinger)

ROLAND GIRTLER über WILDERER, DIENSTBOTEN UND GANOVEN

in Zusammenarbeit mit dem Kulturausschuss der Gemeinde Zell am Moos

Musikalische Umrahmung

IRRSEE-BLÄSER

Donnerstag, 19. November 2009 19.30 Uhr
Gasthof SEEWIRT in Zell am Moos

ROLAND GIRTLER   geb. 1941 in Wien–Ottakring, Dr. phil., Professor am Institut für Soziologie der Universität Wien,  Sohn des späteren Gemeindearztes und einer Landärztin in Spital am Pyhrn, aufgewachsen unter Bergbauern, Holzknechten, Sennerinnen und Wildschützen im oö. Gebirge. Matura am humanistischen Stiftsgymnasium Kremsmünster. Studium der Jurisprudenz, Ethnologie, Urgeschichte, Philosophie und Soziologie in Wien.
1973 bis 1975 Assistent an der Universität München.
1979 Habilitation an der Universität Wien.
Feldforschungen in Bauerndörfern in Indien und in den Slums von Bombay, in städtischen Randkulturen (Dirnen, Sandler, Ganoven, Rotlichtmilieu usw.), bei „feinen Leuten“ (Aristokraten, Politiker, Jäger etc.), bei Bergbauern, Wilderern, Schmugglern, Landärzten, Kellnern, den Landlern in Siebenbürgen, Studenten, Tierärzten usf..

BÜCHER (kleine Auswahl eines umfangreichen Werkes): Rechtssoziologie. – Der Strich (Das Geschäft mit der Sexualität). – Verbannt und vergessen (Die Landler in Siebenbürgen). – Randkulturen (Theorie der Unanständigkeit). – Sommergetreide (Vom Untergang der bäuerlichen Kultur). – Landärzte (Als Krankenbesuche noch Abenteuer waren). – Wilderer (Soziale Rebellen in den Bergen). – Rotwelsch (Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden). – Bösewichte (Strategen der Niedertracht). – Die alte Klosterschule (Eine Welt der Strenge und kleinen Rebellen). – Die Lust des Vagabundierens (Eine Pilgerreise mit dem Fahrrad nach Assisi). – Methoden der Feldforschung. – Die feinen Leute (Von der vornehmen Art durchs Leben zu gehen). – Echte Bauern (Der Zauber einer alten Kultur). – Pfarrerköchinnen (Edle Frauen bei frommen Herren). – Das letzte Lied von Hermannstadt (Das Verklingen einer alten Bauernkultur in Rumänien). – Herrschaften wünschen zahlen (Die bunte Welt der Kellnerinnen und Kellner). – Irrweg Jakobsweg (Die Narbe in den Seelen von Muslimen, Juden und Ketzern). – Abenteuer Grenze (Von Schmugglern und Schmugglerinnen). – Holts den Viechdoktor (Die abenteuerliche Welt der alten Tierärzte). etc …..

Seit Mai 2000 wissenschaftlicher Leiter des Museums „Wilderer im Alpenraum – Rebellen der Berge“ in St. Pankraz bei Hinterstoder.

IRRSEE-BLÄSER: Der Name entstand vor ca. 25 Jahren, als Hans Rindberger begann, mit seinen drei Söhnen Volksmusik im Sinne einer richtigen Familienmusik zu spielen. Im Laufe der Jahre wechselten nicht nur die Musikanten – die drei Söhne sind mittlerweile Berufsmusiker – sondern auch die Besetzung. Aus dem Blechbläserquartett wurde eine kleine Tanzmusik. Die IRRSEE-BLÄSER verstehen sich als eine Volksmusikgruppe, die in der Tradition der alten Tanzmusikanten aufspielt: Auch diese hatten fallweise keine Scheu vor einem flotten Swing und einer gewissen Ironie beim Musizieren. Der größte Teil ihrer Musik
besteht jedoch aus Volksmusik der Umgebung (Salzkammergut und Innviertel) und Oberösterreich. Neuerdings ist der Gesang ein wesentlicher Bereich der Ausführungen. Paschen oder Gstanzlsingen – auf diese originellen Elemente beim Musizieren sind sie besonders stolz und tragen diese gerne weiter. Derzeitige Besetzung: Hans Rindberger und Hannes Mayrhofer, Flüglhorn, Hans Leitner, Posaune, Alexander Rindberger, Bass, Hubert Fuchs, Harmonika, und Manfred Six, Schlagwerk.