Buchpräsentation und Diskussion

NORBERT BLAICHINGER

PATER B.
Eine Dokumentation

Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt frei

NORBERT BLAICHINGER: geb. 1958, Vater VS-Direktor in Zell am Moos, gest. 2004, Mutter Hausfrau, zwei Geschwister, röm.-kath., ledig. 1977 Matura am Musisch-Pädagogischen BG in Salzburg, 1978-81 Pädagogische Akademie in Salzburg, 1981-92 Lehrer an HS und PTS Mondsee. 1992-98 pädagogischer Mitarbeiter, Pressesprecher und Büroleiter des OÖ Landesschulrats-präsidenten Dr. Johannes Riedl, 1998-2000 Professor für Lehrerfortbildung am Pädagogischen Institut Linz, 2000-04 Büroleiter und Pressesprecher des Salzburger Landessschulratspräsidenten Mag. Gerhard Schäffer, 2004-06 Professor am Pädagogischen Institut Linz. Seit 2006 selbstständig als PR-Berater, Publizist und Journalist (www.irrseeakademie.com), Seminartätigkeit und Lehraufträge in Österreich und Litauen. Autor mehrerer Sachbücher zum Thema Public Relations; einige seiner Bücher gelten heute als Standardwerke.

Bücher (Auswahl):
Leute – Anekdoten und Erinnerungen (1985), Schulrecht für Eltern (mit Johann Weinacht, 1995), PR-1×1 für Schulen (1997), Erziehen heißt eingreifen (mit Barbara Pühringer, 1998), Schulentwicklung in Oberösterreich (mit Joachim Keppelmüller, Band 1: 1999 und Band 2: 2000), Frauen hinter Gittern (2001), Das 1×1 des erfolgreichen Gemeinderates (mit Klaus Volker, 2002), Wie ich eine Schule erfolgreich führe (mit Johannes Riedl, 2003), Gerhard Schäffer – 25 Jahre Bildungspolitik für Österreich (2004), Die neuen Bodyguards (mit Johann Fesl, 2005), Veranstaltungssicherheit in OÖ (mit Johann Fesl und Karl Dannbauer, 2008), Das PR Eimaleins (mit Bert Brandstetter, 2010).

Pater B. Eine Dokumentation (edition innsalz, November 2010):
Möglicherweise war er im deutschsprachigen Raum einer der gerissensten Knabenschänder in der Soutane. Ein Mann, der allerdings nie hinter Gittern landete. Er spaltete Gemeinden und Familien mit seinen Predigten. Er redete über Bescheidenheit und liebte den Luxus. Er predigte Wasser und trank Wein. Er galt als pädophil und hinterließ viele Spuren. In einem Salzburger Kloster, in Pfarreien in Oberösterreich und Bayern, sogar bei Sexreisen nach Marokko, und das noch im hohen Alter. Opfer sagen, er habe es überall getrieben. In der Klosterzelle, in der Sakristei, im Pfarrhaus, in seiner Wohnung, an verschie-denen Örtlichkeiten im Ausland. Er zerstörte junge Seelen. Viele. Wie viele es sind, weiß man nicht. Alle Taten, die ihm und seinem noch lebenden Lebens-partner in diesem Buch zur Last gelegt werden, sind verjährt und können somit gerichtlich nicht mehr verfolgt werden.

Der Autor hat die Spur von Pater B., der 2010 im Wallfahrtsort Altötting verstorben ist, aufgenommen. Ihm gelang, was bisher nur wenigen in dieser Form möglich war: Einblick in geheime Archive zu nehmen, Zeitzeugen, Betroffene und Obrigkeiten zu interviewen, und damit sowohl den Blick auf kirchliche Überforderung, auf Versagen und Vertuschen, aber auch auf einen Priester zu ermöglichen, der zeitlebens die Sünde liebte.

Das Buch ist im gut sortierten Buchhandel erhältlich.
Sie können dieses aber auch direkt bei der Irrseeakademie
unter office@irrseeakademie.com oder unter Tel. 0664/425 5000 bestellen. Zahlung (inkl. Porto und Verpackung) per Erlagschein.

Information:
Die neue Internetplattform für Kunst und Kultur im Mondseeland:
www.forumk.dasmondseeland.at

Mondseer Lyrikpreis 2010

Der Mondseer Lyrikpreis wurde in der Jurysitzung am 22. November 2010 der Schriftstellerin Nadja Küchenmeister aus Berlin zuerkannt. Der Preis, heuer zum 7. Mal ausgeschrieben, ist mit 7 500 € dotiert.

Jury: Ilma Rakusa, Zürich, Hans Höller, Salzburg, Klaus Siblewski, München,
Anton Thuswaldner, Salzburg und Erwin Einzinger, Kirchdorf (der jeweils letzte
Preisträger ist ebenfalls Juror)

Aus der Jurybegründung: „ … Nadja Küchenmeister erhält den Mondseer Lyrikpreis 2010. Ihre Gedichte zeichnen sich durch sensible, poetische Wahrnehmung des Alltags und durch einen liedhaften Ton aus. Sprachgenau hält sie Abschied, Unverständnis, Zurückweisung fest und bringt in stimmungsintensiven Bildern die Natur zum Sprechen …“

Nadja Küchenmeister: geb. 1981 in Berlin. Studium der Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien (u.a. in: Akzente, TEXT-KRITIK, Neue Rundschau, Jahrbuch der Lyrik, Bella triste, Konzepte, DIE ZEIT, FAZ (Frankfurter Anthologie). Sie arbeitet für den Rundfunk, u. a. als Hörspiel – Autorin und – Lektorin. Auszeichnungen: 2007 Berliner Senatsstipendium. 2009 Förderstipendium der Kulturstiftung Sachsen. 2010 Hermann-Lenz-Stipendium. 2010 Kunstpreis Literatur der Lotto Brandenburg GmbH.

Der Preis wird im Dezember 2010 im Schloss Mondsee verliehen.

Bisherige Preisträger des Mondseer Lyrikpreises: Norbert Hummelt, Oswald Egger, Michael Donhauser, Jan Wagner, Ron Winkler, Erwin Einzinger.

ILMA RAKUSA

MEHR MEER

Erinnerungspassagen

„Wegfahren, um anzukommen, ankommen um wegzufahren: aus dem Unterwegskind ist die Unterwegsdichterin Ilma Rakusa geworden, die von Zürich aus in die Welt geht und als grandiose Übersetzerin die Welt in Gestalt russischer, slowakischer, ungarischer,
slowenischer, französischer Dichtungen nach Hause bringt…“
(Karl Markus Gauß, Der Standard)

Sonntag, 21. November 2010, 19:00 Uhr
OEDMÜHLE IN KASTEN 31,
4893 ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN
Eintritt: Erwachsene € 6,- Jugend € 3,-

ILMA RAKUSA: geb. 1946 in Rimavska Sobota (Slowakei), Mutter Ungarin, Vater Slowene. Kindheit in Budapest, Ljubljana und Triest. Volksschule und Gymnasium in Zürich.

„… Sprachenkundig, weltgewandt, ist die Heranwachsende begabt für die Freundschaft, für die Liebe, aber auch für die Einsamkeit. Lange weiß Ilma Rakusa nicht, ob sie, die ausgezeichnete Pianistin und begeisterte Sängerin, sich für die Musik oder die Literatur entscheiden soll. […] mit zwanzig entscheidet sie sich jedoch für das Schreiben…“ (K. M. Gauß, Der Standard)

1965 – 71 Studium der Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. 1971 Promotion (Dissertation: Studien zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur), 1971 – 77 Assistentin am Slawischen Institut und seit 1977 Lehrbeauftragte der Universität Zürich. Freiberuflich als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin („Neue Zürcher Zeitung“, „Die Zeit“) tätig.
Lebt in Zürich.

Werke (Auswahl):
Wie Winter (Gedichte, 1977), Die Insel (Erzählung, 1982), Miramar (Erzählungen, 1986), Stepp (Erzählungen, 1990), Leben (15 Akronyme, 1990), Les mots/morts (Gedichte, 1992), Jim (Sieben Dramolette, 1993), Farbband und Randfigur (Vorlesungen zur Poetik, 1994), Ein Strich durch alles (90 Neunzeiler, 1997), Love after Love (Acht Abgesänge, 2001), Von Ketzern und Klassikern (Streifzüge durch die russische Literatur, 2003), Langsamer! (Gegen Atemlosigkeit, Akzelleration und andere Zumutungen, 2005), Stille. Zeit (Essays, 2005), Garten, Züge (Eine Erzählung und zehn Gedichte, 2006 Edition Thanhäuser, Ottensheim), Mehr Meer (Erinnerungspassagen, 2009 Literaturverlag Droschl, Graz), Alma und das Meer (Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 2010)

Zahlreiche Anthologien, Editionen, Essays und vor allem Übersetzungen.

Preise und Auszeichnungen:
1987 Hieronymus-Ring des Deutschen Übersetzerverbandes, 1991 Petrarca-Übersetzerpreis, 1988, 1994, 1997 Ehrengabe des Kantons Zürich, und 1990, 2001 der Stadt Zürich, 1995 Swiss Writer-in-Residence Max Kade Institute USC Los Angeles, 1998 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 1998 Schiller-Preis der Zürcher Kantonalbank, 2003 Adelbert-von-Chamisso-Preis, 2003 Kulturauszeichnung „Pro Cultura Hungarica“, 2004 Johann-Jacob-Bodmer-Medaille der Stadt Zürich, 2005 Preis des Internationalen Literaturfestivals Vilenica (Slowenien), 2009 Schweizer Buchpreis;

Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.